LWL-Lexikon

Brandschutzklassen bei Kabeln (CPR)

Europäische Einteilung von Kabeln nach ihrem Brandverhalten in die Klassen Aca bis Fca, ergänzt um Rauch (s), brennendes Abtropfen (d) und Säure (a).

Auch: CPR · BauPVO · Euroklassen · EN 50575 · EN 13501-6 · Cca-s1,d1,a1

Seit dem 1. Juli 2017 gelten Kabel, die fest in Gebäuden verlegt werden, als Bauprodukte nach der europäischen Bauproduktenverordnung (CPR, Verordnung (EU) Nr. 305/2011). Das betrifft Strom-, Steuer- und Kommunikationskabel – also auch Kupfer-Datenkabel und Glasfaserkabel. Geprüft wird nach der Produktnorm EN 50575, eingestuft nach EN 13501-6.

Die sieben Klassen

KlasseBrandverhaltenPrüfung
AcanichtbrennbarBrennwert (EN ISO 1716)
B1casehr geringer Beitrag zum BrandEN 50399 (30-kW-Brenner) + EN 60332-1-2
B2casehr geringer Beitrag zum BrandEN 50399 (20,5 kW) + EN 60332-1-2
Ccageringer Beitrag zum BrandEN 50399 (20,5 kW) + EN 60332-1-2
Dcamittlerer Beitrag zum BrandEN 50399 (20,5 kW) + EN 60332-1-2
EcanormalentflammbarEN 60332-1-2 (Einzelkabel)
Fcakeine Leistung festgestellt–

Die Hauptklasse wird um Zusatzkriterien ergänzt, z. B. Cca-s1,d1,a1.

Kennzeichnung

Jedes CPR-Kabel trägt das CE-Zeichen. Der Hersteller stellt eine Leistungserklärung (DoP, Declaration of Performance) bereit, aus der die Klasse hervorgeht. Die Klasse steht meist auch auf dem Kabelmantel und auf der Trommel.

Welche Klasse ist nötig?

In Deutschland ist für Kabel mindestens Eca gefordert. Höhere Klassen ergeben sich aus der Gebäudeart, der Musterleitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) und dem Brandschutzkonzept. Mehr dazu im Beitrag Brandschutzklassen bei Kabeln.

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