Glasfaser & SpleißenVergleich

FTTH oder FTTB? Glasfaser im Gebäude verständlich erklärt

FTTH, FTTB, FTTC: Wo die Glasfaser endet, was das für Tempo und Zukunftssicherheit bedeutet – und worauf Eigentümer, Hausverwaltungen und Bauträger bei der Inhausverkabelung achten.

Redaktion Netzwerk 2000 · 11. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit Entwurf – fachliche Prüfung ausstehend

Kurz gesagt

Bei FTTB endet die Glasfaser im Keller, die letzten Meter laufen über Kupfer oder Koax. Bei FTTH geht sie bis in jede Wohnung. FTTB ist schneller umgesetzt, FTTH ist die Lösung, die nicht noch einmal angefasst werden muss.

Die Glasfaser kommt – aber wo genau endet sie? Ob im Verteilerkasten an der Straße, im Keller oder in der Wohnung, macht für Tempo, Kosten und Zukunftssicherheit einen großen Unterschied. Die Abkürzungen dafür beginnen alle mit FTT – „Fiber to the …“.

Die Begriffe auf einen Blick

VarianteGlasfaser endet …Die letzten Meter laufen über …
FTTC – Fiber to the Curbim grauen Kasten an der Straßedie alte Telefonleitung (VDSL)
FTTB – Fiber to the Buildingim Keller, am HausübergabepunktKupfer oder Koax im Gebäude
FTTH – Fiber to the Homein der Wohnung oder im Büro– durchgehend Glasfaser

Einen Überblick über die Fachbegriffe gibt unser LWL-Lexikon: FTTH, FTTB und Hausübergabepunkt.

FTTB: Glasfaser bis in den Keller

Bei FTTB führt der Netzbetreiber die Glasfaser bis ins Gebäude. Dort wird das Lichtsignal in ein elektrisches Signal umgesetzt und über die vorhandene Verkabelung im Haus verteilt – meist die Telefonleitung oder das Koaxnetz des Kabelfernsehens.

  • Vorteil: Im Haus muss wenig umgebaut werden, der Anschluss ist schnell nutzbar.
  • Nachteil: Die alte Hausverkabelung bleibt der Engpass. Je länger und älter die Leitungen, desto weniger Bandbreite kommt in der Wohnung an.
  • Typisch für: Bestandsgebäude, in denen ein schneller Anschluss wichtiger ist als ein Umbau.

FTTH: Glasfaser bis in die Wohnung

Bei FTTH läuft die Glasfaser durchgehend bis in jede Wohneinheit. Der Weg sieht im Gebäude meist so aus:

  1. Hausübergabepunkt im Keller: Hier endet das Kabel des Netzbetreibers.
  2. Gebäudeverteiler (Glasfaser-Abschlusspunkt): Hier werden die Fasern für die Wohnungen angespleißt.
  3. Steigzone: Je Wohnung führt eine Faser durch Leerrohre oder Kabelkanäle nach oben.
  4. Glasfaser-Teilnehmeranschlussdose in der Wohnung – daran wird das Glasfasermodem (ONT) bzw. der Router angeschlossen.
  • Vorteil: Volle Glasfaser-Bandbreite in jeder Wohnung, kein Engpass im Haus, auf Jahrzehnte ausgelegt.
  • Nachteil: Mehr Aufwand beim Bau – Wege durch das Gebäude, Brandschutz-Durchführungen und Arbeiten in den Wohnungen.
  • Typisch für: Neubau, Kernsanierung und alle, die das Gebäude nur einmal anfassen möchten.

Was heißt das für Eigentümer und Hausverwaltungen?

Im Neubau ist FTTH die klare Empfehlung. Ein Leerrohr je Wohnung von der Steigzone bis zur Dose, dazu Platz im Keller für Hausübergabepunkt und Gebäudeverteiler – das kostet in der Planung wenig und erspart später teure Nacharbeiten.

Im Bestand lohnt ein genauer Blick auf die Wege: Gibt es eine Steigzone mit Platz? Lassen sich vorhandene Leerrohre nutzen? Wo müssen Brandabschnitte durchquert und wieder sauber abgeschottet werden? Häufig ist der Weg zweistufig: zunächst FTTB, dabei aber gleich Leerrohre für FTTH vorsehen.

Für die Abnahme zählen Dokumentation und Messung: Jede Faser sollte beschriftet und gemessen sein, damit klar ist, welche Dose zu welcher Faser gehört – und dass die Dämpfung stimmt. Wie man ein solches Protokoll liest, zeigt unser Beitrag OTDR-Messprotokoll lesen.

Und das Fernsehen?

Wo bisher Kabelfernsehen über Koax ins Haus kommt, bleibt das Koaxnetz oft noch eine Weile in Betrieb. Glasfaser und Koax ergänzen sich in der Übergangszeit gut – mehr dazu in Koax oder Glasfaser?.

So unterstützen wir

Wir übernehmen die Inhausverkabelung für FTTH und FTTB – vom Gebäudeverteiler über die Steigzone bis zur Teilnehmerdose, mit Spleißen, Messung und Protokoll je Wohneinheit. Für Wohnungsbaugesellschaften, Bauträger und Hausverwaltungen gibt es eine eigene Übersicht: Wohnungsbau & FTTH.

Elektrobetrieben, die die Kabel selbst verlegen, kommen wir als Spleißpartner dazu: Sie verlegen, wir spleißen, messen und dokumentieren. Was das kostet, hängt vor allem von der Zahl der Wohneinheiten und dem Zustand vor Ort ab – die Preisfaktoren stehen in Was kostet Glasfaser spleißen?.

Tipp: Für eine erste Einschätzung helfen uns die Zahl der Wohneinheiten, Fotos vom Keller und der Steigzone sowie – falls vorhanden – ein Grundriss. Schreiben Sie uns.

Häufige Fragen

Welche Variante ist schneller beim Surfen?

Bei FTTH stehen in jeder Wohnung die vollen Bandbreiten der Glasfaser zur Verfügung. Bei FTTB hängt die Geschwindigkeit von der vorhandenen Kupfer- oder Koaxleitung im Haus ab – je länger und älter, desto stärker sinkt sie. Für heutige Tarife reicht FTTB oft, für die nächsten Jahrzehnte ist FTTH die sichere Wahl.

Können wir mit FTTB starten und später auf FTTH umstellen?

Ja, das ist ein häufiger Weg. Wichtig ist, beim ersten Umbau gleich Leerrohre oder Reserven in der Steigzone vorzusehen. Dann lässt sich die Glasfaser später ohne großen Aufwand bis in die Wohnungen ziehen.

Wer ist für die Verkabelung im Haus zuständig?

Das ist unterschiedlich geregelt: Manche Netzbetreiber bauen die Inhausverkabelung selbst, in anderen Fällen beauftragt der Eigentümer einen Fachbetrieb. Wir übernehmen die Inhausverkabelung für Eigentümer, Hausverwaltungen und Bauträger – oder spleißen und messen für den Elektrobetrieb, der verlegt hat.

Müssen Mieter für den Glasfaserausbau im Haus bezahlen?

Das Telekommunikationsgesetz erlaubt unter bestimmten Voraussetzungen ein Glasfaserbereitstellungsentgelt, das auf Mieter umgelegt werden kann. Ob und in welcher Höhe es greift, sollte im Einzelfall rechtlich geprüft werden – wir beraten technisch, nicht rechtlich.

Was haben Sie vor?

Wählen Sie Ihr Thema – im nächsten Schritt fragen wir genau das ab, was wir für eine belastbare Einschätzung brauchen.

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